Achsweises Wägen: So bestimmen Sie Achslast und Gewichtsverteilung richtig

Ein Fahrzeug kann das zulässige Gesamtgewicht einhalten und trotzdem eine einzelne Achse zu stark belasten. Deshalb reicht es nicht immer aus, nur das Gesamtgewicht zu kennen. Achsweises Wägen zeigt, wie sich das Gewicht auf die Fahrzeugachsen verteilt. Unternehmen können damit ihre Beladung überprüfen, einzelne Achslasten kontrollieren und mögliche Überlastungen erkennen.

Was bedeutet achsweises Wägen?

Beim achsweisen Wägen wird die Belastung jeder Fahrzeugachse einzeln ermittelt. Die Achslast bezeichnet die Last, die über die Räder einer Achse auf den Untergrund übertragen wird.

Das Gesamtgewicht beschreibt dagegen das Gewicht des gesamten Fahrzeugs einschließlich seiner Ladung. Werden alle Achslasten unter geeigneten Bedingungen gemessen, lässt sich daraus das Gesamtgewicht des Fahrzeugs bestimmen. Die einzelnen Messwerte zeigen außerdem, wie sich die Last auf die verschiedenen Achsen verteilt.

Warum ist die Gewichtsverteilung wichtig?

Eine ungünstige Beladung kann dazu führen, dass einzelne Achsen stärker belastet werden als andere. Stehen schwere Güter beispielsweise weit hinten auf der Ladefläche, kann die Belastung der Hinterachse besonders hoch sein. Das zulässige Gesamtgewicht muss dabei nicht überschritten sein.

Wer die Achslast regelmäßig kontrolliert, kann solche Unterschiede erkennen und die Ladung gegebenenfalls anders positionieren. Das hilft dabei, das Gewicht besser zu verteilen und unzulässige Achsbelastungen zu vermeiden. Relevant ist das Verfahren unter anderem für Lkw, Anhänger, landwirtschaftliche Fahrzeuge und Baumaschinen.

Wie funktioniert achsweises Wägen in der Praxis?

Um ein Fahrzeug achsweise zu wiegen, werden spezielle Wägeplattformen eingesetzt. Achslastwaagen erfassen die Belastung der einzelnen Fahrzeugachsen. Je nach Wägesystem erfolgt die Messung im Stillstand oder während der Überfahrt.

Der Ablauf umfasst vier grundlegende Schritte:

  1. Wiegeplatz vorbereiten: Wählen Sie einen festen, ebenen und ausreichend tragfähigen Untergrund.
  2. Waage positionieren: Richten Sie die Wägeplattformen entsprechend den Vorgaben des Herstellers aus.
  3. Achslast messen: Fahren Sie das Fahrzeug kontrolliert auf die Plattform oder darüber hinweg.
  4. Messwerte auswerten: Vergleichen Sie die Achslasten und ermitteln Sie unter geeigneten Messbedingungen das Gesamtgewicht.

Dabei wird zwischen zwei Verfahren unterschieden:

  • Statisches Wägen: Das Fahrzeug steht während der Messung mit der betreffenden Achse auf der Wägeplattform.
  • Dynamisches Wägen: Das Fahrzeug fährt langsam, in der Regel mit Schrittgeschwindigkeit, über die Wägeplattform.

Welche Methode für Ihren Fall am besten geeignet ist, hängt vom Wägesystem, vom Fahrzeug und von den betrieblichen Anforderungen ab.

Achslastwaage oder Radlastwaage: Wo liegt der Unterschied?

Möchten Sie die Belastung einzelner Fahrzeugachsen kontrollieren oder genauer herausfinden, wie sich das Gewicht auf die einzelnen Räder verteilt? Je nachdem, welche Informationen Sie benötigen, kommt eine Achslastwaage oder eine Radlastwaage infrage. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede:

AchslastwaageRadlastwaage
Was wird gemessen?Die Belastung einer vollständigen FahrzeugachseDie Belastung einzelner Räder
Was lässt sich erkennen?Wie sich das Gewicht auf die Achsen verteiltWie sich das Gewicht auf die einzelnen Räder und Fahrzeugseiten verteilt
Wofür eignet sich das System?Zur Kontrolle der Achslasten und Ermittlung des GesamtgewichtsZur genaueren Untersuchung der Gewichtsverteilung


Mit mehreren entsprechend angeordneten Radlastwaagen lassen sich auch die Achslasten und das Gesamtgewicht bestimmen.

Welche Waage ist die richtige? Wenn Sie vor allem die Belastung einzelner Achsen kontrollieren möchten, kann eine Achslastwaage ausreichen. Soll zusätzlich erkennbar werden, ob die linke oder rechte Fahrzeugseite stärker belastet ist, bietet die Einzelradmessung mehr Informationen.

Worauf kommt es bei zuverlässigen Messergebnissen an?

Damit die ermittelten Achslasten aussagekräftig sind, müssen die Bedingungen am Wiegeplatz stimmen. Schon ein unebener Untergrund oder eine ungünstig positionierte Wägeplattform kann das Ergebnis beeinflussen.

Achten Sie deshalb besonders auf:

  • einen festen, ebenen und tragfähigen Untergrund,
  • die korrekte Ausrichtung der Wägeplattformen,
  • bei Bedarf einen Höhenausgleich, insbesondere bei Fahrzeugen mit mehr als zwei Achsen,
  • die Einhaltung der vorgegebenen Geschwindigkeit beim dynamischen Wägen,
  • einen Wägebereich, der zu den erwarteten Achslasten passt.

Auch die regelmäßige Überprüfung der Wägetechnik ist wichtig. Wartungen und anwendungsabhängige Kalibrierungen helfen dabei, mögliche Messabweichungen frühzeitig zu erkennen. Waagen Friederichs unterstützt Unternehmen dabei mit einem umfassenden Waagen-Service.

Achslasten im Betriebsalltag kontrollieren

Ob bei einer Spedition, in der Landwirtschaft oder auf der Baustelle: Überall dort, wo Fahrzeuge unterschiedlich beladen werden, hilft achsweises Wägen dabei, die tatsächliche Belastung der einzelnen Achsen zu kontrollieren.

Waagen Friederichs berät Unternehmen bei der Auswahl geeigneter Achslast- und Radlastwaagen. Entscheidend sind unter anderem der Fahrzeugtyp, die Anzahl der Achsen, das gewünschte Messverfahren und der Einsatzort.

Dagmar Ducrée

Bei Fragen helfen wir Ihnen gerne weiter.

Dagmar Ducrée

Prokuristin / Vertrieb

    FAQ

    Die Achslast lässt sich mit einer geeigneten Achslastwaage oder einem entsprechend aufgebauten Radlastwaagensystem messen. Je nach Technik steht das Fahrzeug während der Messung still oder fährt langsam über die Plattform. Für zuverlässige Ergebnisse müssen die Wägeplattformen korrekt positioniert sein und die vorgesehenen Messbedingungen eingehalten werden. Bei Fahrzeugen mit mehreren Achsen kann außerdem ein Höhenausgleich notwendig sein.

    Eine Achslastwaage ermittelt die Belastung einer gesamten Fahrzeugachse. Eine Radlastwaage erfasst dagegen die Belastung eines einzelnen Rades. Werden mehrere Radlastwaagen kombiniert, lassen sich auch die Achslasten und das Gesamtgewicht bestimmen. Die Messung einzelner Radlasten liefert zusätzliche Informationen darüber, wie sich das Gewicht zwischen der linken und der rechten Fahrzeugseite verteilt. Sie eignet sich deshalb besonders für eine genauere Untersuchung der Gewichtsverteilung.

    Der Untergrund sollte fest, eben und ausreichend tragfähig sein. Außerdem müssen die Wägeplattformen richtig ausgerichtet und für die erwartete Belastung geeignet sein. Beim dynamischen Wägen muss die vorgegebene Überfahrgeschwindigkeit eingehalten werden. Besonders bei Fahrzeugen mit mehreren Achsen können Höhenunterschiede die Messwerte beeinflussen. Ein geeigneter Höhenausgleich und regelmäßig überprüfte Wägetechnik helfen, solche Abweichungen zu reduzieren.

    Dagmar Ducrée

    Bei Fragen helfen wir Ihnen gerne weiter.

    Dagmar Ducrée

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